Sagen und Erzählungen

Sagen

sind ein Ausdruck des Volkes, ein Stück Volksdichtung. Wir spüren in ihnen den Sitten-, Denk- und Glaubensvorstellungen des Menschen der Heimat nach. Für das Gebiet des Schuttergäus ist rund ein Dutzend Sagen in verschiedenen Veröffentlichungen erschienen. Sie erzählen von der alten Domkirche in Wolkertshofen, von verborgenen Schätzen in der Nassenfelser Burg, der vergrabenen Zeller Kirchentür, auf die goldene Hufeisen genagelt sind, vom Gelöbnis der drei Wolkertshofener Brüder, bei glücklicher Heimkehr ein Kirchlein zu erbauen, vom Gelübde der Meilenhofner, wegen des Männersterbens alljährlich an Mana Heimsuchung nach Möckenlohe zu wallfahren, vom Frevel in der Christnacht,
vom schwarzen Hund bei der Moosmühle, vom gefährlichen Schuttermoos und von den Gleßbrunnen, denen niemand mehr entrinnen kann.

(von Wunibald Iser (+) aus dem Buch "Nassenfels" S. 204)

Geschichten und Ereignisse aus dem Schuttergäu wollen wir hier festhalten. Damit sie nicht vergessen und von Generation zu Generation weitergegeben werden. 

Sie kennen Geschichten, Sagen und Erzählungen aus dem Schuttergäu?

Dann immer her damit. Schreiben Sie uns Ihre Geschichte, Erzählung und Ereignisse an heimatverein.schuttergaeu@gmail.com.

 

Wolkertshofen: Leut bet's!

Als die "grundlosen" Gleßbrunnen zwischen Wolkertshofen und der Unterhaidmühle (= Goggermühl) noch nicht mit Busch und Strauch umfriedet waren, galt es selbst für Einheimische als ein Wagnis, nachts dort das Moos zu durchqueren. Nun lebte in Wolkertshofen ein Bauer, der jeden Samstag seinen Rausch aus dem Wirtshaus heimtrug und, bevor er zu Bett ging, seine Frau mir dem Ochsenfiesel traktierte. So war die Frau dem Mann nicht mehr hold, und in ihrem Verdruss sagte sie jeden Samstag für sich: "Wenn er doch nicht mehr heimkäme!"

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Wolkertshofen: Drei Sagen und Legenden

In früherer Zeit soll sich das Wolkertshofener Gotteshaus eines lebhaften Besuches erfreut haben. Dunkle Sagen sprechen ihm ein hohes Alter und große Bedeutung zu: Eine geräumige Domkirche sei hier gestanden und noch heißt ein Acker daselbst Domacker., worin man auf Grundmauern stieß. 

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Nassenfels: Die Irrglocken von Nassenfels

Noch vor fünfzig Jahren konnte man die Irrglocke in aller Herrgottsfrühe über das Moos erklingen hören. Damit hatte es folgende Bewandnis: Das Schuttermoos zwischen Wolkertshofen und Nassenfels kann recht trügerisch sein. Trockene Stellen wechseln vielfach mit großen Wasserpfützen und grundlosen Lachen, die man im Volksmund "Glessbrunnen" nennt. Wer da hineingerät, Menschoder Tier, ist rettungslos verloren. In diesen Mooswassern spiegeln sich in hellen Nächten Mond und Sterne. Das gibt ein flimmerndes Licht, ein Irrlicht, das manchen Wanderer ins Verderben führt. Man läutete daher täglich frühmorgens um vir Uhr in Nassenfels eine Glocke, um Verirrten die Richtung anzugeben. 

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Nassenfels: Das goldene Kalb

Früher hat man schon nach dem goldenen Kalb im Nassenfelser Schloss gesucht. Mei, sie haben halt auch nix gfunna! Da hat es geheißen, da wär so viel begraben! Ich hab schon in der Kindheit vom goldenen Kalb gehört. Wie ich noch ein Kind gewesen bin, haben da Leute aus Eichstätt im Keller vom Kastenhaus gegraben, da, wo ich drin geboren bin, und da hintern im Garten neben der Mauer dort.

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Nassenfels: Der Teufelsbündler Bertlin

Der Rent- und Zahlmeister (1708-1727) von Eichstätt, Johann Anton Bertlin, soll sich in Nassenfels eifrigst mit Schatzgräberei beschäftigt haben, wozu er von dem Fürther Juden Heilbronner "ein zauberisch Buch" um 40 fl. erwarb. Er soll Leib und Seele dem Teufel verschrieben und infolge unausgesetzten Nachgrabens sein Haus bis zum Einfallen unterminiert haben. Er besaß nämlich in Nassenfels ein eigenes Gut, woran noch heute der Name "Bertlinisches Gut" haftet.

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Egweil: Drei Sagen und Legenden

Zum "Wimbauern" (= Bergmann) ist einmal eine arme Frau gekommen. Die haben sie in die Kammer eingesperrt und da übernachten lassen. Am nächsten Tag war sie nimmer da. Es war eine Arme Seele.

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Buxheim: Die Moringerin

Wie aus dem Visitationsbuch von 1480 ersichtlich ist, wohnte zu Ende des 15 Jahrhunderts in Buxheim eine Frau namens Moringer. Die war im ganzen Gäu bekannt, und die Leute kamen auch aus den benachbarten Orten zu ihr. Das Weib stand nämlich im Ruf, Diebe aufbringen zu können, weshalb sich Bestohlene häufig an sie wendeten, damit sie offenbarte, wohin die verschwundenen Sachen hingekommen seien. 

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Egweil: Entstehung des Namen Egweils

Als die Römer über die Donau vordrangen und zum Schutze des eroberten Landes den Pfahlgraben erbauten, legten sie am wichtigen Wegpunkten Kastelle und Lager an. Ein solches war auch zu Nassenfels, dem Kreuzungspunkt von vier wichtigen Straßen. Ständig war im Lager eine Abteilung römischer Soldaten und Offiziere. Einem Hauptmann namens 'Egens" war es im Lager "Nassenfels" zu feucht, er sah sich deshalb in der Umgebung um, durchstreifte das moorige Tal der Schutter und kam jenseits auf den breiten Hügelrücken südlich des Lagers. 

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Möckenlohe: Der Erlöste Geist

Früher hatten manchmal Männer von Möckenlohe eine merkwürdige Begegnung. Wer um Mitternacht draußen war, der sah plötzlich neben sich eine Gestalt, und diese fragte in angstvoll: "Wohin muss ich ihn setzen?" Niemand wusste, was er antworten sollte. 

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Zell a.d. Speck: Die vergrabene Kirchentür

In Zell a.d. Speck bei Meilenhofen im Schuttertal stand noch zu unserer Zeit eine sehr alte, mächtige Dorflinde. Erst vor einigen Jahren fällte man den Baum, weil er immer dürrer wurde. Seine Wurzeln waren weitverzweigt, sie gingen gar unterm Kirchhof durch bis zu dem Brunnen, wo die Leute früher alle ihr Wasser geholt haben. 

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