Aus "Die Altmühl - Sagen und Legenden" ISBN 3-922175-16-3 FMS Verlag. Mit freundlicher Genehmigung der FMS AG, Rechtsnachfolgerin des FMS Verlag
An Mariä-Heimsuchung halten die Einwohner von Meilenhofen und Zell eine Bittprozession nach Möckenlohe, zu ehren der Muttergottes. Das ist schon von Alters her der Brauch.
Vor hundert oder noch mehr Jahren blieben einmal immer mehr Leute dem Bittgang fern und schließlich konnte er gar nicht mehr stattfinden. Die Strafe für diese Lauheit blieb nicht lange aus. Es setzte ein großes Sterben ein, von dem aber nur die Männer ergriffen wurden. Einer nach dem anderen erkrankte und starb, oft unerklärlich schnell. Da aber schon damals die Frauen, wie auch heute, ihre Ehemänner herzlich gern hatten und sie sie nicht verlieren wollten, taten sie sich zusammen und setzten es durch, dass der Bittgang nach Möckenlohe wieder aufgenommen wurde. Da hörte der grausige Tod sofort mit seinem Wüten auf. Und die Meilenhofener wallfahrteten seitdem wieder alle Jahre zur Muttergottes nach Möckenlohe.
Anmerkung VfHiS: Diese Sage ist auch in dem Buch "Sagen und Legenden aus Eichstätt", Verlag Brönner & Daentler, ISBN 3-920142-00-4, von Emmi Böck veröffentlicht.
Emmi Böck schreibt hierzu als Anmerkung: Die Frauen aus Meilenhofen scheinen immer schon bes. aktiv gewesen zu sein. So heißt es bei Buchner, Franz Xaver, Beiträge zur Eichstätter Bistumsgeschichte, S. 113: "In Meilenhofen hatte man ein uraltes Bild ohne Arme und Füße, das früher die Frauen bei Regenmangel im Sommer zu einer Quelle, dem Erhardsbrunnen, im ebenso genannten Waldteile (dem Erhardsbuch) zu tragen pflegten, wo sie um Regen beteten." Wen stellte der Torso dar?
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