aus: Emmi Böck, Sagen und Legenden aus EICHSTÄTT und Umgebung, Brönner und Daentler, ISBN 3-920142-00-4
Der alte Dom
In früherer Zeit soll sich das Wolkertshofener Gotteshaus eines lebhaften Besuches erfreut haben. Dunkle Sagen sprechen ihm ein hohes Alter und große Bedeutung zu: Eine geräumige Domkirche sei hier gestanden und noch heißt ein Acker daselbst Domacker., worin man auf Grundmauern stieß.
Die Pfarrakten machen auch darauf aufmerksam, daß bei niedrigem Wasserstand mitten im Moos, gegen die Wolkertshofener Mühle zu, in der Furt schöne steinerne Staffeln zum Vorschein kommen.
(Angegebene Quelle: Otto Rieder, "Geschichte von Nassenfels, Teil 9")
Das Gelöbnis der drei Brüder
Die St. Johanniswiese, die Kirchhofwiese und der St. Johannisacker in Wolkertshofen sind nach der dortigen Johanniskirche benannt, über deren Entstehung die Sage berichtet:
Drei Brüder, welche in deen Krieg ziehen mussten, gelobtem, im Falle der glücklichen Heimkehr am Ort ihres Wiedersehens ein Kirchlein zu erbauen. Als nach vielen Jahren wieder Friede geworden war, trafen sich die drei Brüder am Johannistag auf dem Anger von Wolkertshofen und erbauten hier, ihrem Gelübde gemäß, eine kleine Kirche.
(Angegebene Quelle: Heimgarten 6, 1925)
Der schwarze Hund bei der Moosmühle
Zwischen Buxheim und Wolkertshofen liegt an der Schutter drunten die Moosmühle. In der in nordsüdlicher Richtung zur Moosmühle hinüberziehenden, etwa sechzig bis siebzig Meter langen Holkreppe, die links neben der "Römersäule" einschneidet, zeigt sich oft ein großer schwarzer Hund. Meist ließ er sich am Rand der Hohlkreppe sehen. Wenn man nachts um zwölf Uhr dort vorbeikam, tauchte er überraschend auf und verfolgte einen bis zum Kirchlein, das bei Wolkertshofen steht. Er scheute sich auch nicht, über die Kreppe und die Straße hinwegzusetzen. Am Kirchlein aber ließ er stets von der Verfolgung ab. Sein Bereich scheint nur von dort bis zur Moosmülee gereicht zu haben.
(Angegebene Quelle: mündl. anfangs der 60er Jahre: Karl Rotter, BB-Angestellter, geb. 17.7.1921 in Buxeim)
Anmerkung von Emmi Böck:
"Im März 1977 sagt mir die Bäuerin auf der Mossmühle, dass die Hohlkreppe beim Transformatorenhaus vor einigen Jahren aufgefüllt worden sei. Ob hier eine Notwendigkeit für diese Landschaftsveränderung gegeben war, weiß ich nicht [...]"
Bild erstellt mit Unterstützung von OpenAI (ChatGPT/DALL·E)
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