Egweil: Drei Sagen und Legenden

Veröffentlicht am 10. März 2026 um 12:44

aus: Emmi Böck, Sagen und Legenden aus EICHSTÄTT und Umgebung, Brönner und Daentler, ISBN 3-920142-00-4

Die arme Seele in der Kammer

Zum "Wimbauern" (= Bergmann) ist einmal eine arme Frau gekommen. Die haben sie in die Kammer eingesperrt und da übernachten lassen. Am nächsten Tag war sie nimmer da. Es war eine Arme Seele.

(Quelle: mündliche Überlieferung v. Maria Walk, geb. Trost, geb. 25.3.1914 in Egweil, Gast und Landwirtin)


Die Zigeuner und die Ganserl

Meine Mutter, die 1871 geboren war, erzählte oft von den Ganserl, die ihnen verreckt sind: Einmal kamen Zigeuner ins Haus. Die Ganserl hockten unterm Ofenstock. Da haben die Zigeuner druntergeschaut, und da sind die ganzen Ganserl verreckt!

(Quelle: mündliche Überlieferung v. Maria Walk, geb. Trost, geb. 25.3.1914 in Egweil, Gast und Landwirtin)


Der unheimliche Kirchgang

Meine Urgroßmutter stammte von Attenfeld. Die ist in der Früh von ihrem Heimatort nach Egweil in die Kirch gegangen, und wie sie  zwischendrin ist zwischen den beiden Orten, da ist ihr einer nachgegangen: eine schwarze Gestalt mit einem langen Schwanz hintennach. Sie ist immer schneller gerannt, und der hinter ihr ist auch immer schneller gerannt. Und als es dann "Kirch glittn" hat, war er verschwunden.

(Quelle: mündl.Manfred Rehm, geb. 04.9.1941 in Neuburg durch seine Großmutter Josefa Wick, geb. 14.10.1893, Neuburg)

Bild aus angegebener Literaturquelle