aus: Emmi Böck, Sagen und Legenden aus EICHSTÄTT und Umgebung, Brönner und Daentler, ISBN 3-920142-00-4
Bild aus "Emmi Böck, Sagen und Legenden aus Eichstätt, Verlag Brönner und Daentler, ISBN 3-920142-00-4
In Buxheim lebte etwa um 1930 herum noch eine Sauhirtin, die viele junge oder halbgewachsene Säue verhexen konnte. Einmal kam sie auch zur Rotterin ins Haus. Die aber wußte von den hexerischen Künsten der Sauhirtin und suchte sich davor zu hüten. Die ungebetene Besucherin wollte auch bald unbedingt in den Saustall hineinschauen. "Wie kann ich mir bloß die Frau vom Leib halten?", dachte die Rotterin, die die Sauhirtin alles andere als gern in den Koben führte, weil sie um ihre grunzenden Vierbeiner fürchtete. Als es sich dennoch nicht vermeiden ließ, da die Frau gar zu heftig drängte, gelang es der Rotterin gerade noch, in die Küche zu eilen, ein riesiges Messer, wie man es zum Weckenanschneiden braucht, zu ergreifen und aufzustellen, mit der Schneide nach oben. Das ist ein sicheres Mittel, um die Hex auszuschaffen. Kaum zwei Minuten lag das Messer so, als die Sauhirtin auch schon verschwunden war. Das hat der Rotter-Karl selbst gesehen, und er freute sich damals zusammen mit seiner Murter, daß die Hex so schnell auf und davon war.
(Quelle: mündliche Überliferung v. Karl Rotter, geb. 17.7.1921 in Buxheim)
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