von Prof. Dr. Kerstin Merkel
Unser Verein freut sich sehr, den Preis für die bayerische Bierkultur von der Neuburger Juliusbräu gewonnen zu haben. Am Sonntag, den 07 Juni 2026 sind die Vertreter des Vereis mit großer Spannung zur Preisverleihung nach Neuburg gefahren und obwohl sie durch die persönliche Einladung der Brauerei schon ahnten, im engen Kreis der Gewinner gelandet zu sein, waren die Freude und die Überraschung doch riesengroß.
Die Brauchtumspflege ist eines der wichtigsten Anliegen des Vereins. Bisher war es vor allem das alljährliche Adventsanblasen in der Burg, welches der Verein veranstaltet. Doch von der Aussschreibung der Juliusbrauerei inspiriert, hat man sich nun die Pflege des Michaelitages zur Aufgabe gemacht und sich mit dieser Idee beworben.
Warum der „Michaelitag“?
Der Michaelitag war für die Bierbrauerei bis vor einigen Jahrzehnten ein besonders wichtiger Termin im Kalender und geriet dennoch allmählich in Vergessenheit. Vor der Erfindung der Kältemaschinen konnte man nur in der kalten Jahreszeit Bier brauen und aufbewahren. Und da Kalendertermine nach den Festtagen der Heiligen benannt wurden, legte man die Zeit des Bierbrauens zwischen den Hl. Michael (29. September) und den Hl. Georg (21. April). Der Michaelitag war zudem ein wichtiger Zinstermin für Pächter und Tagelöhner, was oft mit Feierlichkeiten und dem Genuss des neuen Michaelibiers einherging.
In Nassenfels konnte das Bier noch eine gewisse Zeit in Bierkellern eingelagert werden. Die Keller wurden mit dem Eis gekühlt, dass man im Winter von der Schutter und dem Schlossweiher in Form von ausgesägten Blöcken geholt hat.
In vielen Brauereifamilien finden sich die Namen der beiden Heiligen Michael und Georg: Michael Guttmann in Titting, Michael Krieger in Riedenburg, Georg Zett in Ehekirchen, das St. Georgen Bräu in Nennslingen und natürlich auch in Nassenfels mit dem Wirtshaussohn und Vereinsmitglied Michael Schweiger, der auch die grundsätzliche Idee für die Bewerbung um den Preis gehabt hat.
Der Brauereiwagen der Juliusbräu, heute dient er nur noch zur Dekoration, einst ist dieser Wagen auch schon bei diversen Umzügen durch Nassenfels gefahren (Foto: Merkel)
Die "goldene" Trophäe (Foto: Merkel)
Unser Konzept für den „Michaelistag im Bräu von Nassenfels“
Wir sind dankbar, dass die traditionsreiche Wirtschaft „Der Bräu“ in Nassenfels mit der Wirtsfamilie Schweiger bei unserer Bewerbung dabei ist und bereit steht, mit uns den Michaelitages wieder zu beleben und festlich zu gestalten. Auch in dieser Familie wird seit fünf Generationen einer der Söhne auf den Namen Michael getauft waren. Für das Fest planen wir:
- Einladung von Ehrengästen, u.a. Personen mit dem Vornamen Michael und Michaela, für diese gibt’s ein Freibier.
- Anstich und Ausschank aus dem Holzfass mit ältesten vorhandenen Bierkrügen. Eigene alte und traditionsreiche Bierkrüge sollen gerne mitgebracht werden.
- Abendessen, die Gerichte sollen mit Bier zubereitet werdne
- Ausstellung von historischen Gegenständen und Urkunden aus dem Umfeld des Bierbrauens.
- Präsentation der Homepage des Heimatpflegevereins mit dem Eintrag „Der Bräu von Nassenfels“ auf Leinwand.
- Ausklang in Stammtischatmosphäre, eventuell Wirtshauslieder singen.
Die Preisvergabe fand bei strahlendem Sonnenschein direkt beim Juliusbräu in Neuburg statt. Die Veranstaltung wurde mit bester Laune von Sepp Egerer moderiert, die Preise von der Geschäftsführerin des Brauerei Gabriele Bauer und dem Stiftungsvorstand Kurt Müller überreicht. Die Gäste konnten mit einem Weißwurstfrühstück starten, über das Mittagessen bis hin zum Kuchen in der Cafezeit den ganzen Tag bestens essen. Die Getränke kamen natürlich direkt und auf kürzestem Weg vom Juliusbräu selbst.
Den Bräu in Nassenfels kann man schon auf unserer Homepage kennen lernen: https://www.heimatverein-schuttergaeu.de/orte/nassenfels/der-braeu .
Preisverleihung, von links Stiftungsvorstand Kurt Müller, Geschäftsführerin Gabriele Bauer, Dr. Karl Heinz Rieder erhält die „Goldene Bierflasche“, Rosi Rieder, Moderator Sepp Egerer, Dr. Kerstin Merkel mit der Urkunde, der Braumeister, Vereinsmitglied Michael Schweiger und sein Bruder Helmut Schweiger, Wirt vom „Bräu“ in Nassenfels.
Von links nach rechts: Stiftungsvorstand Kurt Müller, Geschäftsführerin Gabriele Bauer, der Braumeister, Kerstin Merkel (2. Vorstand unseres Vereins), Karl Heinz Rieder ( 1. Vorstand unseres Vereins) sowie der Gewinner der Kategorie Gastronomie und die Gewinner des 2. Preises aus Treidelheim.
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