Das Brechhaus von Wolkertshofen

Von Anna Gruber 

In jeder Ortschaft in unserer Gegend gab es Brechhäuser, die der Verarbeitung von Flachs dienten. Sie standen den Dorfbewohnern zur Verfügung um darin Flachs am offenen Feuer oder einem Ofen zu trocknen (dörren). Anschließend wurde der Flachs mit einer Flachsbreche gebrochen, um die Flachsfaser für die Leinenproduktion vorzubereiten. Durch die Brandgefahr in diesen Flachsdörren mussten diese Häuser außerhalb der Dorfbebauung liegen.

Die Instandhaltung solcher Gebäude oblag der Gemeinde, einer Dorfgenossenschaft oder einem Heizmeister. Der Brechlohn war oft ein Teil des verarbeiteten Flachses oder Tätigkeiten für das Gemeinwohl.

Das Brechhaus von Wolkertshofen stand auf dem Flurstück Nr. 7 (siehe Pfeil unteres Bild, Bayernatlas Uraufnahme 1808-1864).

Brechhaus / Feuerwehrhaus / Lagerhaus Flurstück Nr 7 in Wolkertshofen (Bild: Husterer)

Dieses Flurstück war im Besitz der Fam. Pfaffel (Hof Nr. 7) und wurde an Jakob Ostermeier (Hof Nr. 30) verkauft. Dessen Tochter Anna hat Peter Rackl (lebte vor der Ehe im Gemeindehaus Nr.12 in Wolkertshofen) geheiratet und das Grundstück mit in die Ehe gebracht. Peter Rackl, ein Baumeister, hat dort ein Wohnhaus, eine Scheune und einen Stall errichtet. Das Brechhaus blieb bis in die 1960 Jahren bestehen, wurde aber nach dem 2. Weltkrieg als Feuerwehrhaus und dann als Lagerhaus der Firma Weismüller genutzt.

Der Abriss erfolgte ungefähr 1964 beim Neubau des Wohnhauses der Fam. Husterer.

Anwesen der Fam. Rackl/Husterer in Wolkertshofen mit dem Brechhaus vorne links (siehe Pfeil) Originalbild im Besitz der Fam. Husterer

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