Das alte Geigerhaus

Veröffentlicht am 10. August 2026 um 18:50

von Anna Gruber

Eines der letzten strohgedeckten Häuser des Landkreises Eichstätt stand in Wolkertshofen (Bodergass Nr. 34, jetzt Mühlstraße 1).

Erbaut wurde das Haus wahrscheinlich im 17./18. Jahrhundert mit einem gemauerten Erdgeschoss und einem Fachwerk samt Lehmgefachen im Dachgeschoss. Fachwerkhäuser mit Roggenstrohdach waren in Bayern die Häuser der armen Leute. Lokal angebautes Getreide war preiswert und wärmedämmend. Der Lehm für die Balkengefache konnte vor Ort abgebaut werden.

Der Versatz der Außenwand zwischen Erdgeschoss und Dachgeschoss an der rechten Hausecke weist auf einen Vorgängerbau hin, dessen Aussenmaße nicht in Übereinstimmung mit dem Dachstuhl gebracht worden sind.

Die Eigentümerlinie waren Georg Geiger und dessen Frau Anna Maria geb. Seebold.

Deren Tochter Walburga (geb. 1860) heiratete 1892 Matthäus Habermeier. Den Hof übernahm deren Tochter Anna (geb. 1899), verheiratet mit Josef Graf (geb. in Nassenfels). Den Abriss veranlasste das Ehepaar Graf im Jahre 1929 wegen Neubau eines Wohnhauses.

Gemälde von Scherer Georg, Lehrer in Wolkertshofen von 1906-1930. Jetzt im Besitz von Graf Quirin, Hoferbe des jetzigen Anwesens.

Das alte Geigerhaus in einer Fotographie von Anfang des 20sten Jhd. (Sammlung VfHiS / Gruber)

Aufzeichnung Ortschronik Wolkertshofen

Ein altes Bauerhaus, wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert, mit Strohdach und Lehmwände in Wolkertshofen; demnächst wird deshalb wegen Neubau abgebrochen. Besitzer war bisher der Söldner Mathäus Habermeier. Genauere Aufzeichnungen über das Besitztum konnten nicht beigebracht werden.