Judas Thaddäus Erasmus Cronacher

Veröffentlicht am 26. April 2026 um 17:04

Ein Epitaph im Dornröschenschlaf

Möckenloher Pfarrer im Westenfriedhof begraben

Von Robert Morgott

Adelschlag – Das stark verwitterte Epitaph befindet sich an der linken Mauer unterhalb der Bildnische und gehört dem verstorbenen und freiresignierten Pfarrer Cronacher von Möckenlohe. Erst durch die Bereitstellung einer älteren Abschrift des Epitaphs durch Frau Hedwig Kölle vom Verein der Gästeführer im Naturpark Altmühltal konnte eine Zuordnung erfolgen.

Judas Thaddäus Erasmus Cronacher ist am 24. November 1729 in Öpfingen im Alb-Donau-Kreis geboren. In seinem Taufeintrag wird er als Nobilis bezeichnet, was edel oder adelig bedeutet. Sein Vater Johannes Cronacher war Präfekt in Öpfingen. Auf Grund dieser hohen Stellung des Vaters waren seine Taufpaten Adam Josef Baron von Freyberg und Johanna Susanne Baronin von Freyberg. Das uralte schwäbische Adelsgeschlecht Freyberg besaß ab dem frühen 16. Jahrhundert sämtliche Anteile der Grundherrschaft in Öpfingen.

Mit 15 Jahren begann der junge Cronacher 1744 das Studium der Grammatik und 1748 das Studium der Rhetorik am Jesuitengymnasium in Ellwangen. Von 1750 bis 1753 belegte er ein Rechtsstudium in Ingolstadt. 1753 wurde er zum Priester geweiht. Sein priesterliches Wirken kann erst ab 1759 bis 1769 als Pfarrer in Weinberg belegt werden. Im August 1769 erhielt er durch bischöfliche Kollation die erledigte Pfarrei Böhmfeld. Jedoch wegen Kränklichkeit und Unzufriedenheit mit der Ökonomie wurde Cronacher schon am 5. November desselben Jahres nach Pleinfeld versetzt. 1776 vertauschte er sich mit Pfarrer Johann Michael Wolf nach Möckenlohe. Die Pfarrei Möckenlohe betreute er bis September 1788. 

Im Schematismus des Jahres 1796 erscheint er als 9 Uhr-Messbenefiziant bei St. Walburg in Eichstätt. Er starb als solcher mit 70 Jahren am 23. Oktober 1800 und wurde im Westenfriedhof beerdigt. In der Abschrift des Epitaphs können wir mit dem Attribut „Praenobilis“ auf eine adelige Abkunft schließen. Cronacher, ausgestattet mit einem Doktortitel, hatte auch die akademische Voraussetzung an kirchlichen Hochschulen zu lehren. 

Das Epitaphs

Gestiftet hat das Epigraph die Abtei St. Walburg. Die ovale Schrifttafel trägt oben einen Kelch, unten befindet sich Cronachers Familienwappen, ein von Blau und Gold gevierteter Schild, dessen eines oberes Feld eine Rose mit zwei Blättern am Stiel zeigt. Die übrigen Felder sind wegen Verwitterung nicht genau definierbar. Als Helmzier ist eine Mannsgestalt erkennbar, die mit ausgebreiteten Armen einen Laubbogen über sich hält.

Die Abtei St. Walburg widmete Cronacher das Denkmal im Westenfriedhof. Foto: Morgott

Abschrift des Epitaphs:

PIIS MANIBVS
PL. REV. PRAENO DOCT.D
THAD. ERASM. CRONACHER
I.V. LIC.
PAROCHI LIBERE RESIGNATO
IN MEKENLOH ET BENEF.
S.WALB. EISTAD.
I…..
GRATA ABBATIA S.WALB.
OBIIT XXIII OCT. MDCCC
AET. LXX.AN.


Quellen

  • Eine ältere Abschrift des Epitaphs von Hedwig Kölle zur Verfügung gestellt (Verein der Gästeführer im Naturpark Altmühltal)
  • Trauungseintrag der Eltern in der Pfarrei Öpfingen (Diözese Rottenburg-Stuttgart)
  • Taufeintrag in der Pfarrei Öpfingen (Diözese Rottenburg-Stuttgart)
  • Sterbeeintrag in der Pfarrei St.Walburg (Diözese Eichstätt)
  • Pastoralblatt Band 43, Seite 144
  • Oberdeutsche Personendatenbank

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