Kirche St. Martin (10/26)

Veröffentlicht am 4. Oktober 2026 um 19:56

von Hans-Peter Gabler

Bis 1947 stand die Egweiler Pfarrkirche in klassischer Ausrichtung Ost-West. (Sammlung Hans-Peter Gabler)


Platzmangel und Erweiterungsbau

Die Egweiler Pfarrkirche St. Martin wird im aktuellen Zustand 75 Jahre alt. Die Kirche ist allerdings viel älter. Das Kirchenschiff stand bis 1947 wie auch bei anderen Kirchen klassisch in Ost-West-Richtung. 1943 machten sich die Bewohner Gedanken für eine Erweiterung, denn die Kirche war zu klein geworden für die damals zahlreichen Besucher. Der Platz für eine Ausdehnung war nur spärlich. So entschied man sich für einen kompletten Umbau mit dem Kirchenschiff in Nord-Süd-Richtung. Ein Teil wurde abgerissen. Auch die Innenteile wurden vollständig neu aufgebaut. Es fehlte aber an Holz und Ziegelsteinen.

Die Steine holten die Bauern mit ihren Fuhrwerken aus Ingolstadt. Sie stammten von gesprengten Gebäuden. In Egweil waren besonders die Frauen damit beschäftigt, die Steine vom alten Mörtel zu säubern zur Wiederverwendung. Durch die Veränderung der Grundfläche waren auch einige Gräber betroffen. Soweit noch etwas vorhanden war, wurde es bei Nacht umgebettet. Bis 1947 dauerten die Maßnahmen, die durch viele freiwilligen Helfer, Ehrenamtliche und Mitglieder der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates gemacht wurden.

Befürworter dieser Erweiterungsmaßnahmen war Pfarrer Michael Hummel, der in der Zeit von 1925 bis 1959 Pfarrer von Egweil gewesen ist. 

Kirche und Pfarrhaus (Bildnachweis: Hans-Peter Gabler)

Kirche St, Martin v, Egweil (Bildnachweis Hans-Peter Gabler)

St. Martin als Schutzpatron

Im November 1950 weihte der damalige Bischof Joseph Schröffer die Kirche dem Patron St. Martin. Die älteste Figur des Patrons steht heute neben dem Altar und stammt aus der Zeit um 1300. Bis heute kümmern sich viele um das Erscheinungsbild des kirchlichen Gebäudes und wirken dadurch mit, dass es in Egweil eine lebendige Pfarrgemeinde gibt. Damit es auch weiterhin so bleibt, benötigt die Pfarrgemeinde handlungsfähige Gremien wie die Kirchenverwaltung und den Pfarrgemeinderat.


Die Wurzeln der Kirche in Egweil

Der frühere Seelsorger der Gemeinde, Professor Josef Renker, hatte recherchiert, dass Funde von steinzeitlichen Geräten auf eine frühe Besiedlung der Flur hinweisen. An eine römisch-keltische Besiedlung erinnerten heute noch ein in die Kirchenmauer eingelassener römischer Grabstein und aufgefundene Eisenschlacken aus der keltischen Epoche.

Schriftliche Urkunden zu Egweil beginnen mit dem Jahr 847. Bischof Gundekar II. weihte 1057 die Egweiler Kirche. Es gab wahrscheinlich schon länger eine christliche Gemeinde. Bereits 1214 werden Besitzungen des Klosters Kaisheim in Egweil urkundlich erwähnt, die zuvor Graf Heinrich von Kalden ( vor 1175 - nach 1214), Ritter und Reichshofmarschall von Kaiser Heinrich VI, an die Zisterzienserabtei vermacht hatte. 

1219 verlieh der Eichstätter Bischof das Patronatsrecht für die Pfarrei Egweil an das Kloster und bis 1239 ging der Zehent an Kaisheim. Bis zur Säkularisation 1803 sind Besitzungen des Klosters Kaisheim in Egweil nachweisbar. Die Bevölkerung von Egweil war in den Jahren um 1880 ständig gewachsen. Seit Jahren hatten die Pfarrer und Verantwortlichen darauf hingewiesen, das in der Kirche zu wenig Platz für die zahlreichen Gläubigen sei. Anträge bei den Behörden für eine Erweiterung der Kirche verliefen im Sande. Eine notwendige Renovierung konnte 1923 gerade noch durchgeführt werden.

Ein in die Kirchenmauer eingelassener römischer Grabstein erinnert heute noch an eine römisch-keltische Besiedelung. (Bildnachweis: Hans-Peter Gabler)


Quellen: 

  • diverse Internetseiten
  • Recherchen von Professor Renker für die Egweiler Ortschronik

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